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Web 2.0

Die Meinungen über die Bedeutung der Bezeichnung Web 2.0 und darüber, ob es mehr als nur ein Modewort ist, gehen auseinander. Für unsere Zwecke können wir jedoch eine Reihe von Eigenschaften hervorheben, die es vom „traditionellen“ Web unterscheiden.
Was ist das Web 2.0?

Web 2.0, ein 2004 von O'Reilly Media geprägter Neologismus, bezieht sich auf eine wahrgenommene zweite Generation webbasierter Dienstleistungen – wie Social Networking Sites, Wikis, Kommunikationstools und Folksonomien – die die Online-Zusammenarbeit und die gemeinsame Benutzung von Ressourcen hervorheben.

Web 2.0 Websites ermöglichen den BenutzerInnen mehr als nur das Abrufen von Informationen. Sie stützen sich auf die interaktiven Möglichkeiten des „Web 1.0“, um „Netzwerk als Plattform“-Informatik anzubieten, die es den BenutzerInnen ermöglicht, Softwareanwendungen komplett über einen Browser laufen zu lassen. BenutzerInnen können über die Daten auf einer Web 2.0 Site verfügen und diese Daten kontrollieren. Diese Sites bieten möglicherweise eine „Teilnahmearchitektur“ an, die BenutzerInnen dazu ermutigt, der Anwendung während der Benutzung einen Mehrwert hinzuzufügen. Dies hat gegenüber traditionellen Websites große Vorteile, da die BesucherInnen diese nur betrachten und nur der Besitzer der Site Änderungen vornehmen kann. Web 2.0 Sites verfügen oft über eine angereicherte, benutzerfreundliche Schnittstelle auf Basis von Ajax, Flex oder ähnlichen Rich Media. Die Sites verfügen oft auch über Social-Networking-Aspekte.

Web 2.0 erkennt den Unterschied zwischen einer statischen und einer echt interaktiven Plattform. Anstatt nur herunterzuladen und zu verbrauchen, können die BenutzerInnen jetzt auch hochladen und neue Inhalte erschaffen. Die Medien sind wahrhaftig miteinander verschmolzen und nicht mehr getrennt.

Es gibt mehrere Unterschiede zwischen Web 1.0 und Web 2.0, wie die untenstehende Tabelle verdeutlicht.
    
Web 1.0   Web 2.0
Anwendungsbasiert  Webbasiert
Isoliert  Gemeinschaftlich
Offline Online
Lizenziert oder gekauft Frei
Ein/e Urheber/in Mehrere MitarbeiterInnen
Urheberrechtlich geschützter Code Open Source
Urheberrechtlich geschützter Inhalt  Geteilter Inhalt

Vier der am meisten benutzten Web-2.0-Technologien sind Blogs, Podcasts, Social Networks und Wikis, obwohl es noch eine Reihe anderer Technologien gibt.

Blogs. Die Technologie, die das Blogging ermöglicht, unterscheidet sich im Prinzip nicht von anderen Technologien, da ein Blog anderen Formen von Online-Publikationen oder Websites sehr ähnlich ist. Der Blogger wählt jedoch eine bereits bestehende Vorlage und muss die Seite nicht von Grund auf neu gestalten. Auf die gleiche Art und Weise, wie Desktop-Publishing-Softwares die gedruckten Veröffentlichungen revolutionierten und es ermöglichten, Inhalte in fertige Vorlagen einzufügen, können Blogger ihre Inhalte auf Seiten veröffentlichen, die gestaltet, veröffentlicht und beherbergt werden, ohne dass der Blogger sich mit Design, Mark-Up oder anderen technischen Fragen auskennen muss. Ein großer Unterschied jedoch ist die Möglichkeit, Kommentare hinzuzufügen. Technisch gesehen war dies in den frühen Tagen des Webs schwierig zu verwirklichen. Mit der Zunahme der Foren und Gästebüchern wurde dies gebräuchlicher. Während ein Forum jedoch normalerweise moderiert wurde, war dies bei einem Blog nicht der Fall.  Dies fasst die Definition des Web 2.0 zusammen. Es unterscheidet sich nicht so sehr vom Web 1.0, erleichtert jedoch Personen mit weniger Erfahrung die Teilnahme.  Vom Standpunkt der Intersicherheit jedoch bedeutet die Einfachheit des Zugangs und der Benutzung, dass diese Technologie die Verbreitung von Informationen und Ansichten ermöglicht, die vielleicht für das Publikum und den/die Urheber/in nicht wünschenswert sind.

Podcasting ist eine Möglichkeit, den gemeinsamen Zugriff auf Multimedia-Dateien über das Internet zu ermöglichen, um diese dann auf mobilen Endgeräten oder Computern abzuspielen. Der Begriff Podcast bezeichnet entweder die Sendung an sich oder die Übermittlungsmethode. Alle Personen mit Internetzugang, einem Mikrophon und einem einfachen Computer können einen Audio-Podcast erstellen und diesen online zur Verfügung stellen. Man kann Podcasts abonnieren, damit sie sich automatisch auf einem Computer oder mobilen Endgerät aktualisieren. So erhält der Abonnent ständig neue Sendungen, während sie aktualisiert und produziert werden. Im Internet steht gratis Serverplatz zur Verfügung, um die Datei (normalerweise mp3) zu speichern, z.B. ourmedia http://www.ourmedia.org/ und einen Podcast-aktiven RSS Feed, z.B. feedburner, zu erstellen (http://www.feedburner.com/fb/a/home.

Wikis sind Webseiten, die es LeserInnen ermöglichen, zu interagieren und mit anderen zusammenzuarbeiten, da solche Seiten von jedem bearbeitet oder hinzugefügt werden können. Das bekannteste Beispiel eines Wikis ist Wikipedia, eine gemeinschaftliche Enzyklopädie, die inzwischen mehr Einträge als die Encyclopaedia Britannica enthält.

Social Bookmarking ermöglicht es den BenutzerInnen, ihre benutzergenerierten Internetfavoriten oder Lesezeichen mit anderen zu teilen. Früher verfügten die BenutzerInnen über eine Liste bevorzugter Internetseiten in ihrem Internetbrowser. Jetzt ermöglicht das Social Bookmarking das Teilen dieser Listen, damit jeder sie benutzen kann. Der Inhalt kann mit Hilfe von Tags klassiert werden, um das Suchen und die Benutzung zu vereinfachen.http://del.icio.us  (im Besitz von Yahoo) ist ein gutes Beispiel von Social Bookmarking und zeigt BenutzerInnen die Anzahl anderer Personen, die eine gewisse Site gespeichert haben.

Das Teilen von Fotos ist ein beliebtes Tool, das es den BenutzerInnen ermöglicht, Fotos mit der Familie und Freunden zu teilen. Die am meisten benutzte Site heißt Flickr http://www.flickr.com. Sie ermöglicht es den BenutzerInnen, Fotos zu veröffentlichen und anschließend andere einzuladen, diese einzeln oder als Diashow anzuschauen. Zu jedem Foto können Kommentare und Tags hinzugefügt werden und andere BenutzerInnen können auch Kommentare hinzufügen.

Das Teilen von Videos ist ein ähnliches Tool zum Teilen von Videos, wobei sich einige Sites auf besondere Arten von Videos spezialisieren. Eine der beliebtesten Sites ist youtube http://www.youtube.com.  Eine Site für LehrerInnen für den pädagogischen Gebrauch ist teachertube http://www.teachertube.com.  Sites zum Teilen von Videos verfügen normalerweise über eine Suchfunktion und ermöglichen es den BenutzerInnen, Videos zu veröffentlichen, diese zu kommentieren, ein Tag hinzuzufügen und anzuschauen. Es gibt eine Reihe von Gemeinschaften zum Teilen und Herstellen von Videos zu einem Thema gemeinsamen Interesses. Kürzlich wurden Sites eingerichtet, die es den BenutzerInnen ermöglichen, ihre Videoclips online zu bearbeiten und Klang, Untertitel usw. hinzuzufügen, zum Beispiel: Jumpcut http://www.jumpcut.com und VideoEgg http://www.videoegg.com.

Software zur Bearbeitung und Verbesserung von Fotos steht jetzt online zur Verfügung und erlaubt es den BenutzerInnen, ihre Fotos zu verbessern. Hier einige Beispiele dieser Anwendung, die sich einer steigenden Beliebtheit erfreut:
Picasa (Google) http://picasa.google.com
iPhoto (Apple) http://www.apple.com/iphoto
Photo Story (Microsoft) http://www.microsoft.com/photostory

Kommunikationstools – die Zunahme neuer Protokolle und Technologien.

Während das originale World Wide Web sozusagen durch die Übernahme des Hypertext-Übertragungsprotokolls (http) und des File Transfer Protocol (FTP) ermöglicht wurde, haben sich im Web 2.0 neue Protokolle entwickelt – Voice Over Internet (VOIP), wie zum Beispiel bei Skype und Peer to Peer (P2P) verwendet – die die Benutzung des Web auf eine freiere Art und Weise demonstrieren. Im Web 1.0 führte der Internetverkehr von „Behörden“ zu Einzelpersonen, im Web 2.0 verbindet der Verkehr einzelne BenutzerInnen.

Die Übertragungsgeschwindigkeiten haben sich mit der weitläufigen Verbreitung von ADSL und anderen Formen von Breitbandtechnologien deutlich verbessert, im Vergleich zu den ursprünglichen Verbindungsaufbauoptionen durch Modems, und haben die Benutzung von Webcams und Datenübertragungen ermöglicht, die man sich vor ein paar Jahren nur erträumen konnte.

Dateitausch. Ein Aspekt, der InhaberInnen von Urheberrechten Sorgen bereitet, ist die Technologie, die den Peer-to-Peer (P2P) Dateitausch ermöglicht. Mit der Einführung des Protokolls BitTorrent kann das Web dazu benutzt werden, Inhalte in Bibliotheken von Privatpersonen zu finden, wo auch immer sich diese befinden. Obwohl dies an sich einen freien Austausch von Material darstellt, liegt hier eine scheinbar unerwünschte Anwendung des Webs vor, da das Material sehr oft urheberrechtlich geschützt ist. Da außerdem das Gerät der Person, die Dateien herunterlädt, während dieser Zeit benutzt wird, um Teile von Dateien bei anderen Personen hochzuladen, wurde darauf hingedeutet, dass dies ein riskantes Verhalten sein könnte, weil der Computer auf eine Art und Weise benutzt wird, die nicht unbedingt durchsichtig ist.

Denken Sie daran:
  • Web 2.0 Tools ermöglichen es jedem, Material ins Internet hochzuladen oder im Internet zu bearbeiten; die Resultate sind dabei nicht immer korrekt oder können auf fehlerhaften Informationen basieren.
  • Web 2.0 Tools bieten den BenutzerInnen die uneingeschränkte Möglichkeit, Informationen über sich selbst oder andere zu veröffentlichen. Dabei müssen sie trotzdem auf die Risiken der Selbstoffenbarung und des Verlusts der Privatsphäre achten. Die Faustregel ist, nichts zu veröffentlichen, was nicht alle erfahren sollten
  • Im Gegensatz zum traditionellen Web, in der Urheberschaft und Eigentum relativ einfach zu finden waren, bedeutet die offene Natur des Web 2.0, dass es schwieriger für individuelle BenutzerInnen ist, zu erfahren, wer sich hinter dem Avatar verbirgt. Ebenso, da Tools für die Erstellung und Beherbergung von Informationen weitgehend und kostenlos verfügbar sind, sind die Gelegenheiten zur Veröffentlichung böswilliger oder irreführender Informationen genauso grenzenlos.
  • Im Gegensatz zur echten Welt, in der gewisse Aspekte der Person, mit der man spricht – wie zum Beispiel das Alter und das Geschlecht – nicht verborgen werden können, trifft dies für zahlreiche Aspekte des Web 2.0 nicht zu.
  • Einmal veröffentlicht können Informationen nie wieder komplett entfernt werden – Webseiten werden von Einzelpersonen gespeichert, von Suchmaschinen versteckt… Veröffentlichen Sie nichts, dessen Sie sich als Autor oder als betroffene Person schämen.
  • Sie oder Ihre Kinder laufen weniger Gefahr, von Online-Kriminellen verfolgt oder belästigt zu werden, wenn Ihr Computer und Ihre Web-Cam in einem gemeinschaftlichen Raum des Hauses stehen, und nicht im Schlafzimmer.
  • Denken Sie immer daran, dass bestimmte persönliche Informationen vielleicht nicht viel über Sie auszusagen scheinen, sie aber zusammengenommen und mit Informationen von Freunden verglichen ein recht deutliches Bild ergeben können.
  • Gehen Sie davon aus, dass alles, was Sie veröffentlichen, seinen Weg zu jemandem finden wird, den Sie nicht mögen, und stellen Sie sich vor, was diese Personen mit den Informationen anfangen können.
 
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