Elterliche Kontrolle & KennzeichnungenDie häufig gestellten Fragen über FILTERUNG beinhalten auch die Themen elterliche Kontrolle und Kennzeichnungen. Mit elterlicher Kontrolle ist die technische, nicht die pädagogische Kontrolle gemeint. Für die technische Kontrolle sind Kontrollhilfsmittel nötig (siehe weiter unten).
Eine Voraussetzung für eine wirksame Filterung ist zum Beispiel das Kennzeichnen von Websites. Die Kennzeichnung kann von den BenutzerInnen, den Internetdienstanbietern oder automatisch vorgenommen werden (siehe unten: Wie funktionieren Filter?). Die Sites sind gekennzeichnet, um Minderjährige zu schützen, das öffentliche Vertrauen und die Verwendung von Online-Geschäften zu erhöhen und um gesetzlichen Normen nachzukommen. Bei der Kennzeichnung des Inhalts einer Website (durch den Verfasser oder den Internetdienstanbieter) wird ein Code in den html-Code der Website eingegeben, der die Inhalte ausführlich beschreibt, damit die Seite bewertet werden kann. Diese Bewertung, auf der Seite selbst unsichtbar, beschreibt die Art des Inhalts und wird von Filtermechanismen erfasst. Diese blockieren oder laden die Seite dann, je nachdem.
Was ist ein Filter?Filtersysteme sind Anwendungen, die den Zugang zu Informationen oder Dienstleistungen im Internet gemäß festgelegten Kriterien regulieren. Sie können auf dem Computer des Benutzers (und heutzutage ebenfalls auf Mobiltelefonen), auf dem zentralen Internetcomputer einer Institution (z.B. dem Proxy-Server in einer Schule) oder auf den Computern eines Internetdienstanbieters (z.B. AOL) installiert werden und rufen verschiedene Reaktion hervor: Sie können vor problematischen Websites warnen, den Weg des Benutzers durch das Internet detailliert aufzeichnen, verdächtige Sites blockieren oder sogar den Computer ganz ausschalten.
Welches ist die Hauptaufgabe eines Filters?Die wichtigste Aufgabe eines Filters zum Schutz von Minderjährigen ist es, eine zuverlässige Schranke zu bilden, um den Zugang zu völlig unzumutbaren Inhalten zu verhindern, die für die Entwicklung von Minderjährigen gefährlich oder moralisch bedenklich sind. Idealerweise sollten gleichzeitig die für Kinder und Jugendliche geeigneten Inhalte nicht betroffen sein (d.h. der Filter sollte eine starke Blockierungsfunktion haben, ohne übertrieben zu blockieren).
Im Zusammenhang mit der elterlichen Kontrolle betrifft die Filterung auch Ausgangsdaten, zum Beispiel um Kinder davon abzuhalten, ihren Namen, ihre Adresse, den Namen ihrer Schule oder die Kreditkartennummer ihrer Eltern preiszugeben. Diese Art Filterung ist besonders wichtig für junge BenutzerInnen und es gibt kostenlose Software, die ausschließlich diesen Aspekt behandelt, zum Beispiel unter:
http://www.logprotect.net/ Wie funktionieren Filter?Die Funktionsweise von Filtern basiert auf einigen wenigen Prinzipien:
- Inhaltsklassifizierung
Positive Listen erlauben nur den Zugang zu Inhalten, die für Kinder geeignet sind und die von einer Arbeitsgruppe untersucht und ausgewählt wurden. Im Gegensatz dazu blockieren negative Listen alle Inhalte, die anhand einer manuellen Inspektion als erheblich zum Schutz von Minderjährigen eingestuft wurden.
- Automatische Klassifizierung
Bei dieser Methode entscheiden Algorithmen darüber, welche Inhalte zugänglich sind und welche nicht. Die einfachste Methode der automatischen Bewertung der typischen Eigenschaften einer Website ist das Blockieren von Schlüsselwörtern. Hierdurch werden alle Websites blockiert, die bestimmte verbotene Wörter enthalten. „Intelligentere“ Filtersysteme bewerten verschiedene typische Eigenschaften von Websites (z.B. eine statistische Analyse des ganzen Textes auf einer Website), um sie automatisch einzustufen. Die besten automatischen Klassifizierungshilfsmittel bedienen sich nicht nur der Analyse des Textes, sondern untersuchen auch die Bilder und können Bilder mit einer überwiegenden Menge von Hautgewebe identifizieren.
- Autoklassifizierung durch den Internetdienstanbieter
In diesem Fall kennzeichnet jeder Internetdienstanbieter seine Websites mit einem virtuellen Kennzeichen zur Inhaltsklassifizierung. Die auf dem Computer des Benutzers installierte Software liest die Kennzeichnung und entscheidet, auf Basis der Einstellungen des Benutzers, welche Inhalte dargestellt werden und welche nicht.
Welche Arten von Filtern sind erhältlich?
Empfohlene Listen mit geeigneten Inhalten für Kinder
So genannte „Walled Gardens“ oder „weiße Listen“ sind Listen mit ausgewählten Inhalten, die es dem Benutzer erlauben, nur auf diesen ausgewählten Websites zu surfen.
Schwarze Listen von Internetadressen mit Inhalten, die für den Schutz von Minderjährigen wichtig sind
Auf schwarzen Listen basierende Filtersysteme gehen umgekehrt vor. Sie erlauben den Zugang zu allen Internetinhalten und versuchen, moralisch bedenkliche oder gefährliche Inhalte herauszufiltern. Den gesamten Inhalt des Internets zu untersuchen ist jedoch völlig unmöglich, daher sind die Entwicklungen im Internet den schwarzen Listen immer einen Schritt voraus.
Blockierung von Websites mit verbotenen Wörtern
Die einfachsten Filtersysteme blockieren Internetinhalte anhand einer Liste verbotener Wörter. Diese Schlüsselwortlisten sind leicht zu erstellen und einfach instand zu halten.
Filterung auf Basis automatisch klassifizierter Inhalte
Die zweite Generation der automatischen Klassifizierungssysteme beurteilt den gesamten Text einer Website. Sie benutzt statistische Methoden, z.B. Spamfilter.
Autoklassifizierung durch den Internetdienstanbieter
Internetdienstanbieter benutzen eine Liste von Fragen, um zu beschreiben, was auf ihren Websites zu sehen ist (z.B. Nacktheit, gewalttätiges Benehmen, das ernste Verletzungen oder den Tod zur Folge hat.) Diese Beschreibung wird in den Quellcode der Website eingefügt oder auf dem Webserver in einer Standardform abgespeichert, damit die Filtersysteme die Klassifizierung bewerten und alle Inhalte blockieren können, die nicht den Einstellungen des Benutzers entsprechen. Zurzeit ist die Wirksamkeit der Filter, die die Kennzeichenfunktion anwenden, noch sehr schwach, weil nur wenige Internetdienstanbieter sich die Mühe gemacht haben, ihren Seiten selbst zu klassifizieren.
Kombinationen von Filtermethoden
Die grundlegenden Filtervorgehensweisen werden jetzt auf verschiedene Arten verbunden, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen und um einen altersabhängigen Zugang zu erlauben.
Welche Filtersoftware ist verfügbar und empfehlenswert?Zurzeit ist es unmöglich, einen bestimmten Filter für den Schutz von Minderjährigen zu empfehlen, weil noch kein Programm dieser Art seine Wirksamkeit unter vergleichbaren Bedingungen beweisen konnte. Es gibt keine zuverlässigen Eckwerte in Bezug auf die Wirksamkeit von Filtersystemen. Es gibt keine einheitlichen Standards oder Testverfahren. Die Europäische Kommission hat
eine Studie in Auftrag gegeben für „eine von Experten durchgeführte objektive Bewertung von Filtersoftware und -dienstleistungen, die zurzeit auf dem Markt erhältlich sind, unabhängig vom Verkäufer oder Internetdienstanbieter“. Die Resultate dieser Bewertung sind zugänglich auf der
sip-bench Website .
Was kann ich tun, bis bessere Filter entwickelt werden?Die Filterung von Internetinhalten kann eine unterstützende Rolle in der Medienbildung von Kindern und Jugendlichen spielen. Sie kann jedoch nicht die einzige Beschützerin sein, da sie zurzeit nur im World Wide Web wirksam ist und andere Kommunikationstechnologien ignoriert. Die pädagogische Aufsicht, sowohl zu Hause als auch in der Schule, ist die beste Lösung. Kindern und Jugendlichen die Benutzung von Technologien zu verbieten, ist nie die beste Lösung – Dialog und ein gemeinsames Verständnis der Risiken und Vorteile sind erforderlich. Auf jeden Fall muss die Filterung von Internetinhalten der Bildung der Jugendlichen untergeordnet sein und in ein übergreifendes Konzept zum Schutz von Minderjährigen integriert werden.
Was bringt die Zukunft?Die zurzeit verfügbaren Filter für den Schutz von Minderjährigen sind in ihrer allgemeinen Leistung noch mangelhaft. Die Zukunft liegt in der Entwicklung von Klassifizierungsmechanismen, die die kontextabhängigen Informationen mehr berücksichtigen, und in der intelligenten Verbindung verschiedener Filterkonzepte. Wir können bessere Resultate von Systemen erwarten, in denen automatische Klassifizierungen durch manuell erstellte Listen ergänzt werden und die an die Autoklassifizierung der Internetdienstanbieter gekoppelt sind. Die Verpflichtung liegt hier vor allem bei den Internetdienstanbietern und Betreibern von Filtersystemen, die altersabhängige Optionen anbieten müssen, um den Zugang zu ihren Inhalten zu gewährleisten und den Anforderungen zum Schutz Minderjähriger mehr Beachtung schenken müssen.
Auf der Website Ihres nationalen Knotenpunkts finden Sie nützliche Links und weitere Informationen.