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Glücksspiel und Minderjährige: Ratschläge für PädagogInnen
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- PädagogInnen müssen ein Allgemeinwissen über die neuen Entwicklungen und Fallen in diesem Bereich haben: Glücksspiel, die verschiedenen Möglichkeiten, um Geld zu spielen (offline, online, im Fernsehen, über Textnachrichten,…), e-Kommerz, e-Privatsphäre (zum Beispiel die Diskussion zum Thema Alterskontrolle), Ausbeutung der Konsumenten und Konsum (unter anderem die neuen Entwicklungen im Bereich der Zahlungsmöglichkeiten), Abhängigkeit vom Internet…und die mögliche Schnittstelle zwischen diesen unterschiedlichen Aspekten des Themas Internetsicherheit. All dies an erster Stelle in Bezug auf das Verhalten von Minderjährigen. Zurzeit sind pädagogische Dokumente über die verschiedenen Kategorien der Online-Spiele, die zwanghafte Internetbenutzung, die gesetzlichen Möglichkeiten, über die Eltern und PädagogInnen verfügen, wenn Gesetzesverletzungen festgestellt werden, konkrete Adressen und hilfreiche Initiativen für Personen mit (Online-) Problemen mit Glücksspielen und Spielen, verfügbar unter www.saferinternet.be. Außerdem stehen auch thematische Dokumente und Dossiers in französischer und niederländischer Sprache zur Verfügung.
- Sie müssen auch über die besonderen Risiken des Online-Glücksspiels Bescheid wissen: Tiefe Schwellenwerte, Anonymität, fehlende soziale Kontrolle, ständige Zugänglichkeit, keine Kontrolle (d.h.: niemand weist darauf hin, wie lange man bereits gespielt und wie viel Geld man bereits verloren hat), das Risiko, viel mehr Geld als beim „normalen“ Glücksspiel zu verlieren, das Risiko, sich in der Cyberwelt zu verlieren und nicht mehr aufhören zu können…
- Es ist wichtig zu wissen, wie Minderjährige rechtlich geschützt werden können, welche möglichen zusätzlichen Initiativen der kommerzielle Sektor selbst nimmt (Selbstregulierung), in welchem Maße diese Initiativen erfolgreich sind, wo Beschwerden eingereicht oder Fragen gestellt werden können… Verletzungen oder verdächtiges Verhalten, die von PädagogInnen bei den zuständigen Behörden (Konsumentenorganisationen, zuständiger Ombudsmann, Spielkommission…)gemeldet werden, können zur Entwicklung neuer legislativer und anderer Initiativen beitragen und mehr Klarheit über auftauchende Probleme schaffen.
- Es kann für Eltern sehr nützlich sein, mit ihren Kindern über gewisse Themen zu sprechen. Zum Beispiel über die Pokerindustrie, die wenig oder nichts tut, um Jugendlichen den Zugang zu Online-Glücksspiel-Sites zu verbieten, die Zahlungen verlangen, darüber, wie einfach es für Jugendliche ist, die Kontrolle des Geburtsdatums zu umgehen, usw.… Poker mag wie ein Geschicklichkeitsspiel aussehen, wie die Jugendlichen oft behaupten, es handelt sich jedoch um ein Glücksspiel. Inzwischen wird es von fast allen europäischen Glücksspielaufsichtspersonen als solches angesehen. Im Eifer des Gefechts wird leicht Geld ausgegeben, wodurch jeder in ernste (finanzielle) Schwierigkeiten geraten kann. Spiele wie Poker können abhängig machen. Kinder und Minderjährige sollten sich dieser Tatsache bewusst sein. Sie können die Abhängigkeit daran erkennen, dass sie den Drang verspüren, weiterzuspielen, wenn sie eigentlich aufhören sollten. Das ist ein Alarmsignal. Jugendliche müssen wissen, dass Online-Glücksspiele kein harmloser Zeitvertreib sind und dass virtuelle Kasinos nur existieren, um Spielern ihr Geld abzunehmen. Die Tatsache, dass man von Zeit zu Zeit kleine Beträge gewinnt, gibt einigen Spielern den Eindruck, dass der Jackpot in greifbarer Nähe ist, aber das ist alles andere als wahr. Bevor sie es merken, sind die Online-Spieler in einem Teufelskreis gefangen. Nach jedem Spiel fragt der Computer, ob sie „noch einmal spielen?“ möchten, und die Eingabetaste ist einfach und schnell geklickt.
- Jugendliche sollten wissen, dass “magisches” Denken, Aberglaube und Illusion oft eine große Bedeutung im Gemüt des Spielers haben, der glaubt, den Spielverlauf durch die Anwendung eines Systems, durch pures Glück und/oder die Benutzung „magischer“ Ziffern beeinflussen und kontrollieren zu können (mehr Informationen hierzu auf saferinternet.be). Jugendliche müssen sich der Tatsache bewusst sein, dass die Gewinnchancen sehr gering sind und fast bei null liegen. All diese Geldspiele wurden so entworfen, dass die Gewinnchancen sehr viel geringer sind als das Risiko zu verlieren. Eine pädagogische Akte zu diesem Thema ist verfügbar.
- Ein Gedanke: Die belgische Spielkommission führte kürzlich die Idee ein, die Internet-Spieler selbst zu bestrafen, weil sie es den illegalen Spielen ermöglichen, weiterhin zu existieren und daher einen Teil der Verantwortung tragen…
Der belgische Psychiater S. Minet, Spezialist für Abhängigkeitsprobleme und verbunden mit der Dostojevski Spielklinik in Brüssel, erwartet in nächster Zukunft einen Boom der Glücksspielabhängigkeit unter Jugendlichen. Er spricht vom Internetglücksspiel wie von einer Krankheit mit einer gewissen Inkubationszeit, genau wie bei anderen Krankheiten. Im Durchschnitt tritt eine Abhängigkeit vom Glücksspiel nach zwei bis fünf Jahren auf. Er macht sich Sorgen um die jungen Spieler, d.h. die Altersgruppe, die sich praktisch zum Internet hingezogen fühlt, und warnt vor der Verbindung zwischen einer zwanghaften Benutzung des Internets und einer Glücksspielabhängigkeit. In der Tat befinden sich in dieser verletzlichen Altersgruppe die talentiertesten und eifrigsten InternetbenutzerInnen.
Wir müssen wachsam sein, Panik ist jedoch ein schlechter Ratgeber. Glücksspiele können mit dem Drang zum Experiment zusammenhängen. Jugendliche in der Pubertät möchten ihre Grenzen erweitern und neue Verhaltensformen, Standards und Werte entwickeln. Manchmal geht es ihnen nur um den Spaß, den Kick, um der Langweile und Einsamkeit zu entfliehen, in einer Gruppe akzeptiert zu werden, schnell eine Menge Geld zu verdienen… Glücksspiele führen nicht automatisch zur Abhängigkeit, aber es ist wichtig, die verschiedenen Stadien der Abhängigkeit zu erkennen (von harmlos bis abhängig). Das Magazin "Klasse voor leerkrachten" des flämischen Bildungsministeriums, an flämische LehrerInnen und an alle Personen des Bildungsbereiches in Flandern gerichtet, arbeitet mit verschiedenen Organisationen, einschließlich dem CRIOC, zusammen an der Erstellung eines Dossiers über Glücksspiele für LehrerInnen. Wie soll das Problem angegangen werden? Welches sind mögliche Vorbeugemaßnahmen? Wie können wir ein Problem vermeiden oder auf der Ebene der Schule, der Klasse oder der Einzelperson damit umgehen? Das Thema wird in weiteren Artikeln dieser Newsletter behandelt.
Das CRIOC möchte dieses Problem weiterhin innerhalb des Insafe Netzwerkes verfolgen und neue pädagogische Initiativen in diesem Bereich entwickeln. Die belgische Spielkommission hat uns eingeladen, einige Fragen zu einer Umfrage hinzuzufügen, die unter den Glücksspielbehörden der europäischen Mitgliedsstaaten durchgeführt wird. Die Antworten dieser Behörden auf Fragen über Probleme mit Minderjährigen und Glücksspielen im Internet in den verschiedenen europäischen Ländern, über mögliche konkrete Ratschläge für PädagogInnen und Eltern sowie über mögliche pädagogische Initiativen und Materialien, die in europäischen Mitgliedsstaaten bestehen, könnten einen interessanten nächsten Schritt darstellen…
Verschiedene Studien des CRIOC über Minderjährige und Glücksspiele stehen zur Verfügung unter www.saferinternet.be (nur in Niederländisch und Französisch). Weitere Informationen? Fragen oder Vorschläge? Schicken Sie bitte ein E-Mail an infonl@saferinternet.be (Niederländisch) und infofr@saferinternet.be (Französisch)
Stefaan Hendrickx OIVO-CRIOC, Knotenpunkt Belgien www.saferinternet.be
| veröffentlicht: |
Wednesday, 19 Dec 2007 |
| Letzte Änderung: |
Wednesday, 19 Dec 2007 |
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