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"Ihhh! Ekelhaft!" – das "Wie" der Mediennutzung von Kindern
Den Kontext der Mediennutzung zu beobachten ist entscheidend für das Verständnis der allgemeinen Mediennutzung durch Kinder. Ein Element des Kinder-Filmausschusses des Dänischen Medienrates für Kinder und Jugendliche ist es die Kinder zu beobachten, während sie sich im Kino einen Film angucken. |
Es ist viel los im Kino und es sieht so aus, als würden die Kinder dem Film folgen. Wir befinden uns im Kino des Medienrates für Kinder und Jugendliche und beobachten die Kinder, die an dem Kinder-Filmausschuss des Rates teilnehmen – diesmal schauen sie sich den Animationsfilm Beowulf an. Der Kinobesuch der Kinder ist ein Element der Sitzungen des Kinderausschusses des Medienrates. Seit 2001 konsultiert der Medienrat einen Kinderausschuss in zwei verschiedenen Altersgruppen vier Mal pro Jahr, indem er ihnen verschiedene Filme mit jeweils verschiedenen Schwerpunkten vorführt. Das Ziel dieser Übung ist für den Medienrat die für die Altersfreigabe der Filme in Dänemark verantwortlichen Personen darüber auf den neuesten Stand zu bringen, wie Kinder einen Film wahrnehmen und somit die Kriterien für die Einstufung von Filmen aktuell zu halten.
Die Kinderausschusssitzungen Die Filme, die sich die Kinder anschauen, wurden bereits eingestuft. Und diesmal wird den 11- bis 12-jährigen Kindern der Film Beowulf gezeigt, der ab 11 Jahren freigegeben wurde. Der thematische Schwerpunkt dieser Sitzung ist zu sehen, wie diese Kinder die Spannung/den Schrecken der Gewalt mit einem unrealistischen und animierten Fantasieuniversum in Verbindung bringen. Nach Ende des Films wählt jeder der drei für die Einstufung der Filme zuständigen Personen, die die Kinder beobachtet haben, zwei Kinder aus und befragt sie über ihre Erfahrungen während des Films.
Beowulf gucken Aber diesmal ist es der Kontext des Filmschauens, der beobachtet wird. Während sich die Kinder Beowulf in der Dunkelheit des Kinosaals anschauen, reagieren sie körperlich, indem sie ihr Gesicht verdecken, Grimassen ziehen und manchmal auch aufschreien, wenn der Film besonders brutal wird. Während einer sehr drastischen Szene rufen einige Kinder: „Nicht schön”, „Ekelhaft” und „Furchterregend“.
Einige halten sich die Ohren zu und eines der Kinder verdeckt sein Gesicht mit den Händen und zieht seinen Pullover über den Kopf. Ein anderes Kind, das alleine sitzt, rutscht immer tiefer in seinen Sitz und schaut andauernd nach hinten zu seinen Freunden, als ob es die Erfahrung mit jemandem teilen wollte. In der letzten Reihe sitzen einige Jungen zusammen und kommentieren den Film, lachen und schauen auf ihre Handys.
Nach einer Weile legt sich der Schockeffekt und mehrere Kinder lachen während gewalttätiger Szenen.    
Das "Wie": Die Nuancen der Mediennutzung Den Kontext der Mediennutzung zu beobachten ist äußerst wichtig für das Verständnis der allgemeinen Mediennutzung durch Kinder. Ohne diesen Kontext würden uns die Nuancen und die kleinen Zeichen entgehen, die das gesamte Bild ausmachen, wie Kinder in diesem bestimmten Kontext etwas wahrnehmen, verstehen, reagieren und welche Situationselemente beim Filmschauen im Kino einigen Kindern Angst machen können.
Was lernen wir also aus der Beobachtung dieser Kinder beim Filmschauen? Nicht, dass einige Szenen in Beowulf drastisch und eindrucksvoll sind. Dazu brauchen wir uns den Film nur selbst anzusehen. Es sind die Nuancen, die wir beobachten. Beim Beobachten der Kinder stellen wir fest, dass die Kinder, die alleine sitzen, betroffener erscheinen, als die, die nah beieinander sitzen. Wenn ihre Freunde miteinander reden und lachen und der physische Kontakt mit ihnen scheint die Erfahrung zu mildern. Kombiniert man diese Beobachtungen mit den Aussagen der Kinder, die auf verschiedene Weisen auf den Film reagiert haben, ist die allgemeine Folgerung, dass das Fantasieuniversum von Beowulf durch eine Art von Spannung/Schrecken geprägt ist, das die Grenzen der Kinder nicht überschreitet.
Der Kinder-Filmausschuss des Medienrates für Kinder und Jugendliche: Der Schwerpunkt des Kinderausschusses liegt auf Kindern und Filmen und verschiedenen damit verbundenen Themen. Der Ausschuss besteht während zwei aufeinanderfolgenden Jahren aus denselben Kindern: ein 1. Schuljahr, das im zweiten Jahr ins 2. Schuljahr kommt und ein 5. Schuljahr, die im zweiten Jahr ins 6. Schuljahr kommt. Nach diesen zwei Jahren werden zwei neue Klassen für den Ausschuss ausgewählt. Für jede Klasse gibt es 2 Vorführungen pro Jahr. Die Schwerpunkte werden von dem Einstufungsgremium vorbereitet und ausgesucht. Die Kinder schauen sich die Filme im Kinosaal des Medienrates an. Während des Films beobachten bis zu 3 für die Einstufung zuständige Personen die Reaktionen der Kinder. Nach dem Film wählt jeder von ihnen 2 Kinder für eine Befragung. Die Ergebnisse dieser Befragungen und der Beobachtungen werden in einem Bericht festgehalten und innerhalb des Medienrates genutzt.
Stichwörter: Kinderausschuss, Kinder als Experten, Mediennutzung, Kontext der Mediennutzung, Filme, Kino, Kinder, Jugend, Youth Panel
| Autor: |
Gry Hasselbalch, the Media Council for Children and Young People |
| veröffentlicht: |
Friday, 18 Apr 2008 |
| Letzte Änderung: |
Friday, 23 May 2008 |
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