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Private Details werden der Öffentlichkeit präsentiert10 April 2006
Das Internet ist nicht mehr nur eine Welt voller thematischer Newsgroups und E-Mails. Der Trend geht schon lange in Richtung Datenaustausch und Datenübertragung. Jugendliche sind besonders eifrig wenn es darum geht sich selbst zu präsentieren und sich Gehör zu verschaffen. Doch wie kann man ein Gleichgewicht finden zwischen dem Bedürfnis des Datenaustausches und der Notwendigkeit des Schutzes der Privatsphäre? |
Das Wort "Privatsphäre" kommt vom lateinischen Wort "privatus", das "isoliert" oder "nicht im öffentlichen Leben stehend" bedeutet. Ein derartiges Konzept steht im Konflikt mit vielen InternetbenutzerInnen, die speziell wegen sozialer Kontakte online gehen. Einige von ihnen sehen den Datenschutz als notwendiges Übel, um eine Onlineidentität zu erstellen. Ein Blogger schreibt: "Privatsphäre und Sicherheit sind Dinge, die man aufgibt, wenn man der Welt zeigt, wie einzigartig man ist."
Vor allem Jugendliche, die noch im Prozess der Identitätsformung und Identitätsfindung sind, finden es wichtig, sich der Welt zu präsentieren. Webprofilsites wie LunarStorm in Schweden und CU2 in den Niederlanden, verwalten Profile von rund drei Viertel aller Jugendlichen ihres Landes. Lediglich eine Minderheit begeht den "sozialen Selbstmord" und macht nicht mit.
Popularität ist sowohl messbar als auch sichtbar. "Kyle hat 181 Freunde" lautet ein Text auf einem MySpaces Profil und viele Profile präsentieren auch Fotos. Ein Klick auf ein Profil auf der dänischen Site "Arto" zeigt Statistiken für jeden Benutzer - inklusive Daten wie empfangene und versendete virtuelle Umarmungen und Küsse und Balkendiagramm für weitere visuelle Effekte. Es ist vielleicht nun nicht mehr verwunderlich, dass einige Jugendliche viel über sich selbst preisgeben oder sogar provokative Fotos präsentieren, um Aufmerksamkeit zu erregen und ihre Bewertungen zu verbessern.
Viele Erwachsene erkennen nur zögerlich, dass es beim Schutz der Privatsphäre nicht mehr nur um die Verhinderung von Kontaktaufnahmen von Pädophilen geht. Andere Probleme, wie Onlinebelästigungen, sind ein weitaus größeres tägliches Übel für viele InternetbenutzerInnen. Opfer von Onlinebelästigungen schätzten die Privatsphäre sehr. Sie müssen schließlich Erniedrigungen dulden, die auf wahren oder falschen Informationen rund um ihre Person beruhen, die einem globalen Publikum zugänglich gemacht wurden.
Der Schlüssel zu einem Kompromiss liegt darin, Privatsphäre und Datenschutz nicht mit Anonymität zu verwechseln. Jugendliche können ihrer Persönlichkeit und Meinung Ausdruck verleihen und mit andern kommunizieren ohne einen Familiennamen, eine Adresse oder Telefonnummer preiszugeben. Details, die man im "wahren" Leben nicht veröffentlicht, sollten auch online verschwiegen werden.
| Autor: |
Chris Coakley, EUN |
| veröffentlicht: |
Thursday, 13 Apr 2006 |
| Letzte Änderung: |
Thursday, 22 Jun 2006 |
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